Fichtenspitzenkekse

Laut einer Familienlegende, ich selbst kann mich nicht mehr daran erinnern, habe ich im Zwergenalter mal auf einem Waldspaziergang ein winziges, entwurzeltes Bäumchen entdeckt und darauf bestanden es mit nach Hause zu nehmen und zu adoptieren.

Die Geschichte kommt mir glaubhaft vor, hatte ich doch ein, zwei Jahre später Freundschaft mit unserem Kirschbaum geschlossen. Als der sich als unrettbar marode herausstellte, habe ich meinen Eltern gedroht auszureißen, sollten sie den Baum fällen.

„Mein Freund, der Baum,“ singt meine Mutter gerne, wenn die Anekdote bei einem Familientreffen mal wieder zur Sprache kommt. Ich rollte dann mit den Augen, bereue insgeheim aber gar nichts. Für seine Freunde steht man schließlich ein.

Trotz lautstarker Bemühungen meinerseits ging die Sache für den Kirschbaum nicht gut aus, die kleine Fichte aus dem Wald allerdings steht noch hinter dem Gartenzaun und ist gar nicht mehr so klein. Tatsächlich überragt sie das Haus schon um ein ganzes Stück, dient jedes Jahr als Nistplatz für eine Amselfamilie und hängt um diese Jahreszeit voller zartgrüner Fichtentriebe.

 

Ausgehend von dieser Idee landeten ein paar Handvoll der aromatisch fruchtigen Nadeln in Keksen. Statt eines Shortbreadrezepts habe ich allerdings ein Keksrezept verwendet, von dem ich weiß, dass es beim Backen seine Form behält. Der Fuchsausstecher hat nämlich schon zu lange auf seinen Einsatz gewartet und kam mir thematisch passend vor.

Die Ruhezeit im Kühlschrank sollte man bei diesen Keksen unbedingt einhalten, der Teig ist ansonsten zu weich. Ich würde sogar empfehlen ihn zu zwei Kugeln zu formen und die zweite Hälfte im Kühlschrank zu lassen, bis man die erste Hälfte verarbeitet hat.

Außerdem ist der rohe Teig herrlich hellgrün, das verliert sich aber beim Backen leider wieder.

 

Fichtenspitzenkekse

240 g Butter

240 g Puderzucker

2 Eier

100 g Fichtenspitzen

450 g Mehl

Die Fichtenspitzen sehr fein hacken.

Die zimmerwarme Butter mit dem Puderzucker schaumig schlagen, die Eier einzeln unterrühren.

Fichtenspitzen und das Mehl entweder per Hand mit einem Teigschaber oder in der Maschine mit dem Flachrührer unterrühren.

Den Teig mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Auf einer gut bemehlten Unterlage 5-6 mm dick ausrollen und Formen ausstechen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober/Unterhitze backen, bis die Ränder anfangen ganz leicht Farbe zu zeigen, ungefähr 10 bis 12 Minuten.

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7 Gedanken zu “Fichtenspitzenkekse

  1. hmmm, es gibt endlich fichtenspitzen? ich wollte doch noch sirup kochen… und jetzt wohl auch kekse backen.
    ich hab als kind auch mal einen baum gerettet – eine abgeknickte minibirke aus der hecke der nachbarn. der bruch wurde mit einem stock und zwei pflastern geschient und die birke stand zwanzig jahre lang im garten (der abneigung meiner eltern zum trotz, ich glaube sie hatten angst vor mir).
    baumfreundliche grüße, cat

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    • …. Cat?
      Cat! *wuschel*
      Die Fichtenspitzen sind hier, also zumindest im Garten, schon fast wieder zu alt. Sirup bzw. Honig muss ich schleunigst auch noch machen.
      Meine Eltern hatten wohl zu wenig Angst vor mir, Mist.

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      • hallo! *wink* 😀
        naja, die furcht hat scheinbar leider irgendwann auch nachgelassen… als wenn man einen fünfzehn meter hohen baum fällen müsste, nur weil er nach einem sturm nicht mehr aufrecht stehen kann. hmpf.

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  2. Das klingt ja interessant, ich wusste gar nicht, dass man Fichtenspitzen essen kann 😀 Und der Ausstecher ist soooo süß. Ich glaube den bestelle ich mir auch – zusammen mit vielen anderen Sachen dieses tollen Backshops ❤ 😉

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