Orangenzucker, Orangensalz, Orangensirup

Die Quintessenz einer Zitrusfrucht, also das, was eine Zitrone zitronig macht oder eine Orange orangig, steckt meiner Meinung nach eher in der Schale als im Saft.


Am Beispiel der Mandarine: Der Genuss beginnt in dem Moment, in dem man seine Fingernägel in die Schale gräbt und sich eine Wolke duftender Öle hüllt. Zitronenkuchen ohne Zitronensaft funktioniert einwandfrei, ohne Zesten wird er aber eine eher fade Angelegenheit. Und so mancher Cocktail ist erst durch die über dem Glas zerdrückte Zitrusschale perfekt.
Deswegen tut es mir immer leid, wenn Orangenschale einfach im Kompost landet. Andererseits ist es aus verschiedenen Gründen halt nicht so empfehlenswert jedes mal, wenn man eigentlich nur eine Orange essen will, einen Kuchen zu backen.
Beim mich langsam durch den Rest meiner Orangenkiste Essen mache ich deshalb hin und wieder mal die Schale mit Hilfe von Salz und Zucker haltbar. Dabei muss man eigentlich nur darauf achten, dass die Früchte unbehandelt sind, also dass die Schale ausdrücklich als zum Verzehr geeignet deklariert ist.

Für den Orangenzucker verwende ich ungefähr 100 g Zucker je Orange. Zuerst wird die Orange gründlich mit heißem Wasser gewaschen, dann abgetrocknet. Die orangefarbene Schicht (die weiße ist zu bitter) der Schale fein abreiben und gut mit dem Zucker vermischen. Anschließend in einem möglichst großflächigen Behältnis verteilen, bei nur einer Portion geht eine Schüssel, bei mehreren verteile ich die Mischung auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech, und offen ein bis zwei Tage trocknen lassen. Dabei darf man gerne hin und wieder rütteln, das muss aber nicht unbedingt sein. Sobald der Zucker komplett trocken ist kommt er in ein großes Schraubglas.
Zum Backen verwende ich den Zucker so wie er ist, je nach Vorlieben und Verwendungszweck (zum Beispiel für feine Cremes oder zum Süßen von Tee) kann man die Orangenschalen auch kurz vor Gebrauch wieder aussieben. Wenn man ihn statt Puderzucker in Frischkäsefrostings oder Buttercremes einsetzen will, vermahlt man den Zucker am besten in einer Gewürzmühle.

Das Orangensalz funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der Zucker, allerdings nehme ich nur 50 g Salz je Orange. Je nachdem wie grob das Ausgangssalz war und wie man es einsetzen will empfiehlt es sich, das fertige Salz zu mahlen oder zu mörsern. Wobei sich hübsch gefärbtes grobes Meersalz bestimmt auch gut in einer kleinen, durchsichtigen Salzmühle machen würde.
Seinen Einsatz findet das Orangensalz beim Würzen von Fisch, Wurzelgemüse, besonders Möhren, Salaten und vielem mehr.

Der Orangensirup ist nur ein klein wenig aufwendiger als Salz und Zucker, aber ebenso vielseitig einsetzbar, etwas für Getränke und Cocktails, über Süßspeisen und im Joghurt.
Die Schale von zwei Orangen mit einem Sparschäler dünn abschälen und in Streifen schneiden. Zusammen mit 600 g Zucker und 600 ml Wasser aufkochen lassen und in eine sehr saubere Literflasche füllen. Noch heiß verschließen und mehrere Tage durchziehen lassen.
Hin und wieder schütteln und sich am schneekugelgleichen Wirbeln der Schalenstreifen freuen. An Regentagen gegen das graue Tageslicht halten und sich in Orangenhainen wähnen.
Durch ein feines Sieb geben, erneut erhitzen, in kleinere, ebenfalls blitzsaubere Flaschen umfüllen und noch heiß verschließen.
Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.

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6 Gedanken zu “Orangenzucker, Orangensalz, Orangensirup

  1. Das klingt alles sehr gut!!! Ich werde das Salz und den Sirup ausprobieren.
    Meine Variante, die ich gerne fürs Backen verwende: die Orange oder Zitrone wird gewaschen und abgetrocknet. Danach wird das Gelbe der Schale mit einer Reibe abgenommen und in einem kleinen Schraubglas mit Honig übergossen. Ich bewahre es immer im Kühlschrank auf und ergänze den Honig, wenn ich etwas entnehme, sodass der Honig immer alles überdeckt und einen Luftabschluss bietet. Gibt den Speisen eine fruchtige Note mit der Abrundung durch Honig.

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