Rohrnudeln mit Vanillesauce

Freitags gab es früher bei meiner Oma meistens eins von zwei Gerichten. Entweder Fisch in Petersilien-Sahnesauce mit Salzkartoffeln oder eben Rohrnudeln mit Vanillesauce.

Zu den Rohrnudeln gab es vorneweg meistens noch eine kräftige Gemüsesuppe, so als Langzeitsättigungsgarant und Gewissenberuhiger. Die war natürlich auch lecker, aber gefreut hat man sich natürlich auf fluffige, ofenwarme Hefewölkchen und den großen Krug eiskalte Vanillesauce.

Rohrnudeln mit Vanillesauce

Die Vanillesauce meiner Oma kam aus der Tüte und ließ sich fix kalt anrühren, und gestört hat uns das nie. Allerdings hat bei mir dann irgendwann die Fähigkeit Laktose zu verdauen abgenommen und die Freude am Selbermachen zugenommen, deswegen musste eine hausgemachte Vanillesauce her, mit laktosefreien Milchprodukten zubereitet und ohne extra Milchpulver im Päckchen.

Mein erster Versuch war eine cremige, warme Sauce mit vielen Eigelben, sehr gut, aber irgendwie nicht kompatibel mit meinen Kindheitserinnerungen. Ich wollte schaumig, sahnig und kalt! Außerdem, wohin immer mit den übrigen Eiweißen?

Mein Rezept wird deswegen mit einem ganzen Ei und etwas Stärke gebunden, und nach dem Kühlen mit halbfest geschlagener Sahne verfeinert. Fazit: Schmeckt wie früher, nur besser.

Rohrnudeln mit Vanillesauce

Für die Sauce:

300 ml Milch

1 Vanilleschote

4 EL Zucker

1 EL Stärke

1 Ei

200 ml Schlagsahne

Für die Nudeln:

500 g Mehl

50 g Zucker

1 Prise Salz

1 Päckchen Trockenhefe

200 ml Milch

50 g Butter

2 Eier

extra Butter zum Bestreichen

Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark auskratzen und zusammen mit der Milch und der leeren Schote in einen Topf geben. Aufkochen lassen und dann je nach verfügbarer Zeit noch eine Weile ziehen lassen. Wenn man mag und dran denkt kann man die Milch auch schon am Tag zuvor ansetzen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

In einer Schüssel, sie sollte groß genug für die gesamte Milchmenge sein, den Zucker mit der Stärke vermischen, dann das Ei zugeben und mit dem Schneebesen glatt rühren.
Die Vanilleschote aus der Milch nehmen, die Milch nochmal auf kochen lassen und dann langsam unter Rühren in die Ei-Zucker-Stärke-Mischung laufen lassen.
Zurück in den Topf schütten und ganz langsam erwärmen, dabei ständig rühren. Die Sauce sollte gerade eben andicken, keinesfalls so heiß werden, dass das Ei gerinnt. Wer sich das Andicken direkt im Topf nicht traut kann die Sauce auch über einem Wasserbad schlagen.

Vom Herd nehmen, abdecken und Zimmertemperatur annehmen lassen, dann im Kühlschrank kalt werden lassen.

Für die Rohrnudeln Mehl, Hefe und Salz vermischen. Die Butter zerlassen, zur Milch geben und die Eier unterrühren. Die Flüssigkeit zum Mehl geben und entweder per Hand oder mit der Küchenmaschine (Knethaken) zu einem geschmeidigen, eher weichen Hefeteig verkneten. In die Schüssel zurücklegen und mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken. An einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen. Bei mir hat es sich, vor allem im Winter, bewährt, die Schüssel nur bei eingeschalteter Lampe oder sehr niedriger Temperatur (unter 40 °C) in den Backofen zu stellen. Der Teig sollte in der Zeit sein Volumen verdoppeln.

Währenddessen in einer Reine oder Auflaufform etwas Butter zerlaufen lassen. Den Teig nach dem Gehen nochmal kurz durchkneten und in sechs gleich große Stücke teilen. Die Stücke rund formen, in der Butter wälzen und nebeneinander mit der glatten Seite nach oben in die Form setzen. Dabei dürfen und sollten sie sich ruhig berühren. Nochmal 20 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 180 °C (Ober/Unterhitze) vorheizen und die Rohrnudeln für eine halbe Stunde backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Aus dem Ofen nehmen.

Jetzt die kühlschrankkalte Sahne halb steif schlagen und vorsichtig unter die Vanillesauce ziehen. Zu den noch warmen Rohrnudeln servieren.

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4 Gedanken zu “Rohrnudeln mit Vanillesauce

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