Omuraisu

Ich weiß gar nicht mehr wie ich das erste Mal auf den Youtube-Kanal von Cooking with Dog gestoßen bin. Ich glaube das war vor einigen Jahren auf der Suche nach Rezepten für Melonpan, Hefeteiggebäck in Keksteigkrust, das mir in der Animeserie Azumanga Daioh begegnet ist. (Da fällt mir ein, ich sollte mal wieder Melonpan backen. Oder Azumanga Daioh gucken. Oder, okay, erst mal den Blogpost zu Ende schreiben.)

Die Videos haben mich fasziniert. Zum einen sind sie charmant-schrullig aufgezogen, mit Moderator Francis, dem Pudel und Chef, der Köchin. Zum anderen sind auch kurzweilig. Keins der Videos dauert länger als zehn Minuten, meistens sogar eher fünf, trotzdem sind alle Arbeitsschritte detailliert und effizient präsentiert. Und am allerwichtigsten: Alles sieht so lecker aus!

Ich hatte mich also bald drangemacht das ein oder andere nachzukochen, im speziellen japanische Gerichte mit westlichen Wurzeln, auch youshoku genannt. Da hatte ich nämlich die ZUtaten meistens zu Hause oder zumindest gab es sie im Ort, und es fiel mir auch leichter die Familie davon zu überzeugen, dass man die Ergebnisse durchaus essen kann. Mehr über youshoku kann man übrigens hier bei Just Hungry (auf Englisch) lesen.

Eins der Gerichte, die sich schnell einen Platz in meiner Alltagsküche verdient hatten, ist Omuraisu. Der Name setzt sich aus den japanisierten Schreibweisen für omelette und rice zusammen und genau das ist Omuraisu auch: Tomatenreis im Eimantel. Es ist eins dieser Gerichte, in denen man allerhand Reste aus dem Kühlschrank unterbringen kann, das man ruhig für eine Person kochen kann und das, zusammen mit Salat, eine ziemlich komplette Mahlzeit abgibt.

Die einfachste Variante kann man aus ganz wenigen Zutaten zubereiten: Man schwitzt Zwiebeln und etwas Huhn oder Schinken an, gibt gekochten Reis und zwei Esslöffel Ketchup dazu und füllt das Ganze in ein Omelett aus zwei Eiern. Noch mehr Ketchup darüber, fertig. (Wie die Version bei Just Hungry)

Oder man macht sich die Mühe und kocht eine Tomatensoße mit allerhand zusätzlichem Gemüse, wie hier bei Cooking with Dog. Dazwischen ist alles erlaubt.

Auch gibt es verschiedene Möglichkeiten wie der Reis zu seinem Ei kommt. Man kann ihn in der Pfanne hübsch in ein dünnes Omelett einschlagen, man kann aber auch ein eher flüssiges Omelett braten und erst auf dem Teller über den heißen Reis geben. Die wohl komplizierteste Zubereitungsmethode ist wohl aber, ein Omelett mit fester Außenhaut und flüssigem Innenleben zuzubereiten, dieses auf den Reis gleiten zu lassen und es dann geschickt aufzuschneiden, so dass sich die feste Schicht über den Reis stülpt und das halb-flüssig Ei über das ganze Gericht läuft.

Ich persönlich mag rohes Ei nicht so besonders, zumindest nicht, wenn Eiweiß im Spiel ist (flüssiges Eigelb dagegen… mhm!). Also brate ich mein Omuraisu in der Pfanne.

Omuraisu mit Erbsen und Hähnchenbrust

1 Portion

80 g Rundkornreis/Sushireis (Risottoreis funktioniert super)

1/2 kleine Zwiebel

etwas Butter

50 g gegarte Hähnchenbrust in Scheiben

3 EL TK-Erbsen

4 EL passierte Tomaten

1 Spritzer Chilisauce

2 Eier

1 kleiner Schluck Milch

etwas Öl

Salz, Pfeffer

Ketchup

 

Den Reis gut waschen bis das Wasser klar bleibt, abtropfen lassen und zubereiten. Da gibt es verschiedene Methoden. Ich weiche den Reis nach dem Abtropfen mindesten eine halbe Stunde in Wasser ein (dem Volumen nach 1,1 mal so viel wie Reis), stelle den verschlossenen Topf auf die Herdplatte, lasse ihn einmal aufkochen und schalte dann die Platte auf die niedrigste Stufe. Nach 10 Minuten schalte ich den Herd aus und lasse den Reis nochmal 10 bis 15 Minuten ruhen. Dann erst den Deckel öffnen. Das funktioniert mit größeren Mengen Reis ganz gut, aber mit nur einer Portion Reis ist das meiner Erfahrung nach etwas verzwickter. Vermutlich verdampft hier zu viel Wasser und man sollte zu Anfangs mehr Wasser dazugeben, bis hin zur doppelten Menge. Jedenfalls sollte der Reis zum Schluss schön zusammenkleben, aber nicht matschig sein.

Die Zwiebel fein würfeln und in Butter glasig schwitzen. Das Hähnchen ebenfalls würfeln, zu den Zwiebeln geben und anbraten. Tomaten, Chilisoße und die Erbsen dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Deckel kurz vor sich hinsimmern lassen. Dann den Reis locker unterheben. Zur Seite stellen.

Etwas Öl in einer mittelgroßen, am besten beschichteten Pfanne erhitzen. Die Eier mit ganz wenig Milch, sonst wird das Omelett nicht stabil genug, und Salz nach Geschmack verquirlen. In die heiße Pfanne geben, kurz umrühren und dann die Hitze stark reduzieren. Die Eier sollen sich gleichmäßig über den Pfannenboden verteilen. Sobald der Boden fest wird, die Oberfläche aber noch leicht flüssig ist, den Reis in die Mitte der Pfanne geben. Es kann sein, dass etwas Reis übrig bleibt, aber das Omurice bitte nicht überfüllen, sonst bringt man es nicht so schön auf den Teller. Der Reis schmeckt auch so.

Die Ränder an zwei Seiten möglichst rasch über den Reis falten; ich lasse das Omelett dazu an einen Pfannenrand gleiten und falte die andere Seite mit einem schmalen Holzpfannenwender über. Das Omelett muss den Reis oben nicht ganz bedecken, nur soweit, dass die Ränder nach dem Stürzen unter dem Reis landen.

Nach dem Formen auf einen Teller stürzen und mit Ketchup garnieren. (Rigorose Ketchup-Verweigerer können auch andere Saucen dazu essen. Ich aber mag dazu Ketchup.)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s