No Knead Bread mit Schwammerln und Haselnüssen

Mit scharfen Messern passieren weniger Unfälle.

Aber wenn sie dann doch passieren, dann sind sie halt schnell mal recht blutig. Wenn man zum Beispiel, jetzt mal rein theoretisch, etwas gedankenverloren Petersilie hackt und dabei das Messer schneller ist als die Finger. Wenn die frisch geschärften Messer durch einen (theoretischen) Fingernagel hindurchgleiten wie durch Butter. Wenn man plötzlich – den Schmerz hat man noch gar nicht richtig realisiert, so scharf war das Messer – mit einem blutenden Finger im Mund vor dem Schneidbrett steht und ungläubig beinahe die Hälfte seines Fingernagels, inklusive darunterliegenden Gewebes, aus dem Grünzeug klaubt.

Tja, also theoretisch kann das ja mal passieren, oder?

Und kaum ist der Finger desinfiziert und eingepackt und man stellt fest, dass so ein Verband furchtbar nervt, weil man nicht mehr tippen kann und alles fallen lässt und nass soll er auch nicht werden, worauf hat man dann richtig, richtig Lust? Genau, Brot backen!

Schwammerl-Haselnuss-Brot

No Knead Bread kam da gerade recht, und ausprobieren wollte ich es eh schon lange einmal.

Ich habe mich dabei größtenteils an die Version aus dem kleinen Kuriositätenladen gehalten, bis auf die Zubereitung im Römertopf (mangels Schmortopf) und die zusätzlichen Geschmackszutaten. Ich hatte nämlich noch eine Handvoll gerösteter Haselnüsse übrig und erinnerte mich schwach an eine Folge der Hairy Bikers, in der ein Haselnuss-Steinpilz-Brot gebacken wurde. (Den Ausschnitt kann man übrigens hier auf Youtube angucken). Perfekt, ein letzter Rest getrockneter Waldpilze von Vorjahr musste nämlich dringend den diesjährigen Schwammerln Platz machen.

No Knead Bread mit Haselnüssen und Schwammerln

600 g Mehl, Type 550

2,5 Teel. Salz

1/4 Teel. Trockenhefe

470 ml kaltes Wasser

20 g getrocknete Waldpilze

50 g geröstete Haselnüsse

Die Pilze kurz abspülen, dann im Wasser ca. eine halbe Stunde einweichen lassen. Die Haselnüsse grob hacken.

Mehl, Salz und Trockenhefe in einer großen Schüssel gut vermischen. Das Wasser mitsamt den Pilzen, sowie die Haselnüsse dazugeben und nur kurz unterrühren. Das geht mit einem Kochlöffelstiel ganz gut und muss nicht gründlich sein.

Die Schüssel abdecken und 18 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Jep, achtzehn Stunden.

Beim anschließenden Formen, und da ich keinen Gärkorb besitze, fand ich einen Bogen Backpapier ganz hilfreich. Das Papier stark bemehlen und den Teig, der jetzt schön blubbern sollte, von der Schüssel auf das Backpapier befördern. Dabei, und beim späteren Bearbeiten, sollte nicht zu viel Luft aus dem Teig gedrückt werden. Den Teig ein wenig flacher ziehen und von links und recht jeweils einmal nach innen falten, dann das Gleiche noch einmal von den beiden anderen Seiten. Nochmal etwas Mehl drüberstreuen, die Schüssel überstülpen und weitere 2 Stunden gehen lassen.

Währenddessen den Römertopf wässern und in den kalten Ofen stellen. Ungefähr eine halbe Stunde vor Ablauf der Gehzeit den Ofen auf 260° C stellen und aufheizen lassen.

Sobald der Ofen samt Römertopf richtig heiß ist, den Topf aus dem Ofen nehmen und um dabei um die verbliebenen Finger fürchten (aber ernsthaft, Vorsicht! Ofenhandschuhe! An Holzbretter zum Draufstellen denken! Nicht hetzen!) Deckel abnehmen und den Teig mit Hilfe des Backpapiers kopfüber in den Römertopf bugsieren*. Deckel schließen und den Römertopf zurück in den Ofen stellen.

30 Minuten bei geschlossenem Deckel backen, dann darf man nachschauen. Ich habe mich dann dazu entschlossen, das Brot nochmal 15 Minuten ohne Deckel zu backen.

Abkühlen lassen, anschneiden, lecker. Die erste Scheibe gab es mit Camembert und Apfelchutney.

Brot mit Käse und Chutney

* Zwei Anmerkungen:

1. Um Ankleben zu vermeiden hab ich ein Stück Backpapier auf die Größe des Bodens zugeschnitten. Da die Seiten aber überhaupt nicht angebacken sind, glaube ich, dass das eigentlich unnötig war. Mein Römertopf ist allerdings auch ein Erbstück und hat, sagen wir’s mal großzügig, eine Patina, die schon beinahe Anti-Haft-Eigenschaften hat.

2. Ein wenig Bedenken hatte ich wegen dem Temperaturunterschied zwischen Teig und Topf, da man ja auch keine kalten Flüssigkeiten angießen soll. Der Topf hat es aber sehr gut überstanden.

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